Volksbank weiter auf Wachstumskurs

  • Zuwachs in Bilanz und Kundengeschäftsvolumen

  • Niedrigzinsphase mit erheblichen Auswirkungen auf Sparer und Anleger

Siegen, 30.01.2015 Vorstandsprecher Norbert Kaufmann und Vorstandsmitglied Jens Brinkmann stellten am letzten Donnerstag die Jahresbilanz 2014 der Volksbank Siegerland eG vor.

Vorstand Jens Brinkmann erläuterte zunächst die Zahlen und Fakten. Die Bilanzsumme der Volksbank Siegerland eG erhöhte sich in 2014 um 73 Millionen Euro oder 5,3 Prozent auf aktuell 1,293 Milliarden Euro. Er hob besonders hervor, dass die Höhe des Kundengeschäftsvolumens, also die Summe aller Kredite und Einlagen um 4,6 Prozent auf insgesamt 2,66 Milliarden Euro anstieg. Neben dem Kundenkreditvolumen, das zum Jahresende insgesamt 1,044 Milliarden Euro betrug und einen Anstieg um 25 Millionen Euro verzeichnete, war ihm der Bereich der Kundeneinlagen wichtig: „Bemerkenswert ist der sehr hohe Anstieg der Kundeneinlagen.“ Das Volumen stieg mit 78 Millionen Euro um 8,7 Prozent. Das gesamte Kundeneinlagevolumen lag bei 1,615 Milliarden Euro. Vorstandsmitglied Jens Brinkmann stellte fest, dass trotz dieses Wachstums der Zinsüberschuss zwar über dem Planansatz aber unter dem Ergebnis des Vorjahres lag. Für die Geschäftsführung der regionalen Genossenschaftsbank ist das „eine Folge des Niedrigstzinsniveaus und der flachen Zinsstruktur.“

Vorstandssprecher Norbert Kaufmann (l) und Vorstandsmitglied Jens Brinkmann (r)

Vorstandssprecher Norbert Kaufmann ging im Anschluss auf die Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres ein und rückte vor allem das Niedrigzinsniveau in den Fokus. Besonders für Sparer und Anleger ist die aktuelle Zinssituation mehr als ungünstig. Das angesparte Geld wächst nur marginal und vor allem die Altersvorsorge gerät mehr und mehr unter Druck. „Die Verdopplung des Ersparten durch den Zinseszinseffekt dauert bei dem heutigen Zinsniveau zehnmal so lange wie in den 90er Jahren.“ Norbert Kaufmann zeigte aber auch Lösungswege aus dieser Situation auf: „Für Sparer und Anleger ist es an der Zeit, Alternative Anlageformen stärker bei Ihren Entscheidungen einfließen zu lassen.“ Als Erklärung führte er aus, das sich nur mit einem persönlich passendem Anlage-Mix und damit mit verteilten Risiko eine adäquate Rendite in der Geldanlage erwirtschaften lässt.

Anders stellt sich diese Niedrigstzinsphase für Darlehensnehmer dar. „So günstig wie heute waren Investitionskredite und Baudarlehen noch nie“, so der Vorstandsprecher. „Wobei auch hier Vorsicht geboten sein muss, da das derzeit niedrige Zinsniveau zu Darlehensaufnahmen verführt. Es ist bedenkenswert, dass es bei steigenden Kreditzinsen zu einer spürbaren Erhöhung der monatlichen Belastungen kommen kann.“

Der Gesamtvorstand zeigte sich trotz der Rahmenbedingungen mit den Zahlen der Gesamtbilanz zufrieden. Auch der erwirtschaftete Gewinn war Anlass für den positiven Rückblick „Wir können unsere Rücklagen weiter stärken und schaffen damit Grundlagen für zukünftiges Wachstum“, sagte Vorstandssprecher Kaufmann. Denn das klare strategische Ziel für die Bank ist weiteres Wachstum. Dank des guten Ergebnisses und vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterinnen und Vertreter dürfen sich die 34.014 Mitglieder der Genossenschaftsbank nach der Vertreterversammlung am 25. Juni über eine Ausschüttung einer attraktiven Dividende freuen. „Wir haben mit dem Aufsichtsrat abgestimmt, eine Dividende von fünf Prozent vorzuschlagen“, erklärte Brinkmann.

Vorstandssprecher Norbert Kaufmann ging wie selbstverständlich auf die schwindende Zinsmarge ein. „Aus diesem Grund werden wir es im Management nicht vernachlässigen, Wege für die Zukunftssicherheit der Bank zu erarbeiten und sie auch zu beschreiten.“ Denn ein Ende des niedrigen Zinsniveaus ist nach seiner Ansicht in diesem Jahrzehnt nicht absehbar. „Wir werden in Beratung und Vertrieb investieren und Kostenstrukturen verbessern“. Dabei schloss er auch Veränderungen im Filialbereich nicht aus. „Wir sind noch mit 30 Standorten in der Region präsent. Das wird sich dauerhaft nicht aufrecht erhalten lassen, zumal sich auch das Kundenverhalten massiv verändert hat“. Denn die Nutzungsquoten im Online-Banking sind von 2010 bis 2014 um rund 70 Prozent gestiegen.

Jens Brinkmann und Norbert Kaufmann machten sehr deutlich, dass alle zu erwartenden Veränderungen ohne Kündigungen vonstatten gehen würden. Ausdrücklich dankte der Gesamtvorstand den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Ohne ihre Einsatzbereitschaft wären diese Bilanzentwicklungen nicht möglich gewesen.“