Genossenschaftliche Regionalbank kombiniert Tradition und Innovation

Volksbank Siegerland eG blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr 2015

Kreditvergabe deutlich ausgeweitet, Kundengeschäftsvolumen wächst entsprechend der Strategie

Siegen, 08. Juni 2016 „Als Impulsgeber für die Unternehmen in der Region wollen wir uns dem Trend zur Digitalisierung stellen. Dabei hilft uns unsere gute solide wirtschaftliche Basis, die es uns ermöglicht hat, auch das Geschäftsjahr 2015 erfolgreich abzuschließen“, stellte Norbert Kaufmann, Vorstandssprecher der Volksbank Siegerland eG, am 6. Juni 2016 bei seinem Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr heraus. Anlass war die Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank.

Vertreterversammlung 2016 - Volksbank Siegerland eG

Im Zeitalter der Digitalisierung

Mit Blick auf das Thema Digitalisierung betonte Norbert Kaufmann, dass ein großer Teil der Volksbankkunden ihre Bank- und Geldgeschäfte nicht ausschließlich online abwickeln möchte. Im Gegenteil: Der persönliche Berater vor Ort sei nach wie vor gefragt. Die Kunden wollen weder „nur Internet“ noch „nur Filiale“, sie erwarten vielmehr beides. Die konkrete Herausforderung besteht also darin, die verschiedenen Kommunikations- und Transaktionswege zwischen Bank und Kunden optimal miteinander zu vernetzen. Das Stichwort lautet „Omnikanal-Strategie“. „Daran arbeiten wir gemeinsam in der genossenschaftlichen Finanzgruppe unter dem Stichwort „Kundenfokus 2020“ mit Hochdruck“, erläuterte Kaufmann den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern. Es geht um eine intelligente und zeitgemäße Kombination von Tradition und Innovation.

Neben der Digitalisierung sieht sich die heimische Genossenschaftsbank auch durch wachsende Bürokratie und inflationär zunehmende Regulatorik herausgefordert. Insgesamt erlebe die Bank derzeit einen völlig ungerechtfertigten bürokratischen Druck. „Kleine, nicht das Gesamtsystem gefährdende Genossenschaftsbanken, tragen überflüssige Lasten“, erläuterte Kaufmann. Hinzu kommen die Herausforderungen des Niedrigzinses. Die  wirtschaftspolitisch wirkungslose Niedrigzinspolitik der EZB habe deutlich negative Auswirkungen auf Sparerinnen und Sparer. „In der aktuellen Niedrigzinsphase sind Geldanlagen in Wertpapiere und Immobilieninvestitionen eine sinnvolle Strategie, um Sparziele zu erreichen. Dabei ist aber die intensive genossenschaftliche Beratung wichtiger denn je, um Fehlinvestitionen möglichst zu vermeiden“, erläuterte der Vorstandssprecher. „Wir sind froh, dass viele unserer Kunden schon jetzt ihren Vermögensanlagen Wertpapiere und Fonds beimischen, werden aber unsere Beratung auf diesem Gebiet weiter intensivieren.“

Zunehmende Europäisierung

Besondere Sorge bereitet Norbert Kaufmann zudem die Diskussionen zur Vergemeinschaftung der nationalen Einlagensicherungssysteme auf EU-Ebene. Unter dem Stichwort „Schutz der Verbraucher“ sei eine europaweite Vergemeinschaftung der nationalen Sicherungssysteme geplant. Die EU-Einlagensicherung sei darauf ausgerichtet, Sparer im Krisenfall zu entschädigen. Die genossenschaftliche Sicherung wirke hingegen präventiv, so dass der Ernstfall gar nicht eintrete. Das sei sicherer für die Kunden und billiger für den Steuerzahler. „Wir haben in der Genossenschaftlichen Finanzgruppe seit Jahrzehnten einen funktionierenden Institutsschutz, weit mehr als Einlagensicherung. Warum sollten wir unser gutes, funktionierendes System gegen etwas Schlechteres eintauschen? Wir wollen nicht für Banken in Südeuropa einstehen müssen“, kritisierte der Vorstandssprecher. Im Kern würden riskante Geschäftsmodelle durch die Banken, die solide Geschäftsmodelle verfolgen, abgesichert. „Das bedeutet Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der soliden Mittelstandsfinanzierer, ein Mehr an Kosten und ein Weniger an Finanzmarktstabilität“,  verdeutliche der Vorstandssprecher. Dass die Volksbank Siegerland eG trotz dieser  schwierigen Rahmenbedingungen so erfolgreich arbeite, sei dem Kostenbewusstsein ebenso zu verdanken wie der Innovationskraft der Genossenschaftlichen Gruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Das besondere Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die tiefe Verwurzelung in der Region sind hier ebenfalls zu nennen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben mit viel Herz, Sachkunde und Verantwortung ihre Kunden und Mitglieder betreut“, dankte Norbert Kaufmann auch im Namen seines Vorstandskollegen und des anwesenden Aufsichtsrates den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Zahlen Daten und Fakten

„Dieses Engagement und das Vertrauen, das wir genießen, hat 2015 insgesamt für die Volksbank Siegerland eG zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr werden lassen“, zeigte sich Jens Brinkmann, Vorstandsmitglied der Volksbank Siegerland eG, überzeugt. So sei die Bilanzsumme um knapp 1 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gewachsen. Noch deutlicher sei das Kundengesamtvolumen gestiegen. Die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite inklusive der von der Bank betreuten Produkte der Verbundpartner verzeichnet einen Zuwachs von
2,8 Prozent auf 2,73 Mrd. Euro. Besonders erfreut zeigte sich Jens Brinkmann vom Wachstum im Kreditgeschäft. Mit einem Plus von 3,33 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro seien die Erwartungen an das Geschäftsjahr übertroffen worden. „All diese Mittel leisten einen Beitrag zur Finanzierung unserer heimischen Wirtschaft. Damit erfüllen wir unseren Förderauftrag so, wie unsere Mitglieder es wünschen: nachhaltig und erfolgreich,“ stellte das Vorstandsmitglied heraus.

Vertrauen bei der Geldanlage

Die Mittel, die die Volksbank ausleihe, kämen aus der Region. „Mit ihren Geldanlagen bei der Volksbank leisten unsere Mitglieder und Kunden ihren Beitrag zur Finanzierung der örtlichen Wirtschaft“, betonte Jens Brinkmann. So funktioniere der regionale Geldkreislauf. Im vergangenen Jahr waren es 1,65 Milliarden Euro und damit 41 Millionen mehr als noch in 2014. „Die Menschen vertrauen uns auch weiter bei der Geldanlage“, so Jens Brinkmann.

Erneut attraktive Dividende beschlossen

Die Zahlen belegten, dass die Volksbank Siegerland eG ihre Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern und Kunden noch intensiver gelebt hat als schon in dem guten Geschäftsjahr 2014. Und das alles trotz bescheidener Rahmenbedingungen, die eine weitere Stärkung des Eigenkapitals erforderlich machten. So informierte Vorstandsmitglied Brinkmann, dass die Volksbank das Eigenkapital um weitere 2,3 Prozent auf 107 Millionen Euro gestärkt habe.
Auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat hat die Vertreterversammlung angesichts der aktuellen Herausforderungen der Bank entschieden 2,3 Millionen Euro in die Rücklagen zu stellen. Mit einer - an die aktuelle Zinsphase angepassten - Dividende von viereinhalb Prozent auf die Geschäftsguthaben werden aber auch die Mitglieder am Geschäftserfolg beteiligt.

Wahlen zum Aufsichtsrat

Turnusgemäß schieden Melanie Regina Klein, Heinrich Gräbener und Klaus- Peter Zahn aus dem Aufsichtsrat aus. Allen drei sprachen jedoch die Vertreterinnen und Vertreter ihr vollstes  Vertrauen in Form der einstimmigen Wiederwahl aus.