
Plädoyer für einen nachhaltigen Fortschritt
Engagierte Zuschauerdiskussion mit Ranga Yogeshwar
Vor ausverkauften Rängen begrüßte Vorstandssprecher Norbert Kaufmann 700 Mitglieder der Volksbank Siegerland eG im Leonhard-Gläser-Saal. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe für Mitglieder „Voba-Fokus – Volksbank erleben“ engagierte die Volksbank den Wissenschaftsjournalist und Dipl.-Physiker Ranga Yogeshwar nach Siegen.
Mit großem Applaus empfingen die Zuhörer den gebürtigen Inder auf der Bühne. Yogeshwar begann mit einem intelligenten Scherz und das Publikum war auf seiner Seite. Dann wurde es still im Saal. Mit ruhiger, leiser Stimme kommentierte er eine Sattelitenaufnahme des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull. Die Aufnahme, projiziert auf eine Großbildleinwand, zeigte den Strömungsverlauf der ersten Aschewolke. Es folgten Aufnahmen von Nordeuropa während des Flugverbotes und eine Aufnahme kurz nach der Freigabe des Luftraumes. Zahlreiche Kondensstreifen belegten die Wiederaufnahme des regen Flugverkehrs. Ranga Yogeshwar, dessen Vortrag „Nächste Ausfahrt: Zukunft – Plädoyer für einen nachhaltigen Fortschritt“ hieß, war mitten im Thema angekommen. Der Physiker nutzte die aktuellen Sattelitenaufnahmen, um auf sein eigentliches Anliegen zu kommen: Die Bedeutung und der Einfluss der Technologie auf unsere Lebensweisen.
Am Beispiel zahlreicher Erfindungen - über viele Jahrhunderte hinweg - wurden die daraus resultierenden Veränderungen für das Leben der Menschheit verdeutlicht. Nach seiner Auffassung gab es zwischen bedeutenden Technologien (z.B. Dampfmaschinenzeitalter) auch immer so genannte Scharnier-Phasen, in denen alte und neue Technologie gleichzeitig vorkamen. Momentan, so der Journalist, befänden wir uns in einer solchen Scharnier-Phase. Er nannte es den Umbruch von einer Fingergeneration hin zu Daumengeneration. Gemeint sei, dass die Hälfte unserer Gesellschaft noch mit dem Finger telefonieren lernte (Wählscheibe), während die jungen Mitglieder der Gesellschaft nur noch den Daumen kennen (Handy). Ältere, so Yogeshwar, verabreden sich, Jüngere simsen sich im Minutentakt zu, wo sie gerade seien. Die Verhaltensweisen verändern sich mit der Nutzung der Technologie. Dies sei erst einmal ohne Bewertung zu verstehen, erst wenn Schaden, zum Beispiel durch übermäßiges Computerspielen entstehe, sei einzuschreiten.
Neben der Bereitschaft neue Technologien sinnvoll einzusetzen, wie Windräder auf hoher See, sollte die Bevölkerung akzeptieren, dass man zum Beispiel den Strom der Windparkanlagen nur mit Stromkabel an den Verbraucher bringen kann. Wer anschließend gegen ein Erdkabel oder eine Hochspannungsleitung protestiert, karikiere den Umweltschutz.
In dem zweiten Teil seines Vortrags ging er spezieller auf die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein. Als erstes wies er die Zuhörer daraufhin, dass sie zwar den Verbrauch ihres Autos aufsagen könnten, aber nicht wissen, wie viel ihr Haus oder ihre Wohnung pro Quadratmeter an Heizkosten verursachte. Mit anschaulichen Beispielen aus seinen Wissenschaftssendungen erklärte er was mit der CO2-Emision auf sich hat, was ein Energiesparhaus sei und wieso man Energiesparlampen benutzen sollte.
Umweltschutz und Nachhaltigkeit, so Yogeshwar, seien für die Volksbank Siegerland eG übrigens kein Neuland. Bereits seit 1995 – damals als erste Volksbank Deutschlands – sei ein systematisches Umweltmanagement im Unternehmen fest verankert worden. Verantwortungsvolles Handeln – im Interesse aller jetzigen und zukünftigen Generationen – gehöre zum Grundprinzip einer Genossenschaftsbank.
Im Anschluss seines Vortrages lud Yogeshwar zur Diskussion ein, die mit engagierten Fragen aus dem Publikum gut eine Stunde andauerte. Der studierte Physiker und Medienprofi ging sachlich auf alle Anfragen ein, auch auf die, welches Auto er denn selbst fahre. Zum Schluss signierte er im Foyer des Leon-hard-Gläser-Saals sein aktuelles Taschenbuch „Sonst noch Fragen – Warum Frauen kalte Füße haben und andere Rätsel“.

Vorstandssprecher Norbert Kaufmann, Ranga Yogeshwar und Vorstand Jens Brinkmann.

Ranga Yogeschwar auf der Bühne des Leonhard-Gläser-Saals

