
„Berufsnavigator“ führt zum Traumberuf
Zum ersten Mal konnten im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein Zehnklässler des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums den Berufsnavigator nutzen. Der Berufsnavigator ist ein computergestütztes Verfahren zur Berufsfindung, das sich an den Stärken von Schülerinnen und Schülern orientiert. Insgesamt meldeten sich 130 Schülerinnen und Schüler, um an dem computerunterstützten Eignungstest teilzunehmen.
Schulleiter Rüdiger Käuser begrüßte das Engagement der Volksbank Siegerland, die die gesamten Kosten des Projekts trägt. Schließlich, so der Schulleiter, verließen jedes Jahr ca. 2600 Abiturienten im Kreisgebiet die Schule. Davon, so führte später Carsten Tillmann von der Arbeitsagentur Siegen aus, würden 70 % ein Studium beginnen und 30 % eine Ausbildung. Die Abbruchquote sei jedoch ziemlich hoch, so Tillmann. Von den Ausbildungsanfängern würden 25% der Abiturienten ihre Ausbildung wieder abbrechen und 30% sogar ein angefangenes Studium.
Vorstandssprecher Norbert Kaufmann erklärte, dass es für die Volksbank als genossenschaftliche Bank auch zum Förderauftrag gehöre, Möglichkeiten zu nutzen, jungen Menschen Entscheidungshilfen für einen späteren beruflichen Wertegang anzubieten. Der Berufsnavigator, so der Bankvorstand, eröffne durch den Einsatz moderne Elektronik neue Wege.
Der Berufsnavigator soll dabei helfen, die Eignungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu ermitteln. Dabei unterscheidet sich der Navigator von anderen Berufsfindungsverfahren durch sein Bewertungssystem. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich gegenseitig einschätzen und ihre Fähigkeiten beurteilen. Die Bewertung erfolgt anonym mit einem elektronischen Abstimmungsgerät in Kleingruppen von drei bis vier Personen (Peer-Group). Die Gruppenmitglieder sollten sich sehr gut kennen. Im anschließenden persönlichen Beratungsgespräch werden so Meinungen der Mitschüler anders und besser auf- und angenommen.
Ist der erste Schritt „die Beurteilung der Personlichkeit durch Selbst- und Fremdeinschätzung“ abgeschlossen, erstellt die Software ein Stärkeprofil und empfiehlt 10 Berufe. In einem persönlichen Bewertungsgespräch können die Schülerinnen und Schüler dann ihre Wünsche und Neigungen mit dem Beratern besprechen und erhalten, schließlich einen Aktionsplan für die nächsten Schritte.
Die gesammelten Daten werden anonymisiert und nur bei schriftlicher Einwilligung z. B. an die Agentur für Arbeit weitergegeben, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Der Schutz der persönlichen Daten der Schülerinnen und Schüler habe, so Jutta Kittner, Sozialpädagogin der Berufsnavigator GmbH, höchste Priorität.
Die Volksbank Siegerland eG plant weiter Schulen anzusprechen, um den Berufnavigator mehr Schülerinnen und Schülern zugänglich zu machen.



