100 Jahre Volksbank Kreuztal
Unterhaltsame Geburtstagsfeier in der Stadthalle
In schwülheißer Luft begrüßte Norbert Kaufmann, Vorstandssprecher der Volksbank Siegerland eG, am Freitagabend anlässlich des 100sten Geburtstages der Kreuztaler Volksbank in der Stadthalle Kreuztal 400 geladene Gäste, darunter der Bürgermeister Rudolf Biermann, Ehrenbürger Gustav Schweisfurth und Lothar Bub. In seiner Begrüßung machte Kaufmann deutlich, dass in den letzten 100 Jahren die Bankenlandschaft einer starken Veränderung unterzogen war.

Er verwies auf die aktuelle Bankenkrise und betonte, dass Firmenkunden und Mitglieder der größten Genossenschaftsbank des Siegerlandes wie bisher gut betreut würden. »Heute, wie seit 100 Jahren«, so der Vorstandssprecher, »steht die Volksbank dem heimischen Mittelstand unterstützend zur Seite.«

Jochen Billich, Aufsichtsratsvorsitzender, ging in seinem Grußwort auf die Geschichte der Volksbank Kreuztal ein. Vor 100 Jahren trafen sich 30 Personen, meist Handwerker, Gewerbetreibende, Landwirte und Arbeiter im Gasthof Kaletsch zur Gründungsversammlung des „Creuzthaler Spar- und Darlehnskassen Vereins eGmuH“. Die Eintragung in das Genossenschaftsregister erfolgte am 30. Januar 1908 beim „Königlichen Amtsgericht“ in Hilchenbach. Die Veröffentlichung in der Siegener Zeitung, der Hilchenbacher Zeitung und im Reichsanzeiger konnte man am 6. Februar des gleichen Jahres lesen. Dort wurden als Vereinsvorsteher Wilhelm Kurth, Dreher zu Langenau, als Stellvertreter des Vorstehers, Karl Rath jr., Bauunternehmer, Wilhelm Bosch, Bauunternehmer zu Fellinghausen, Friedrich Bender, Landwirt zu Buschhütten und Jakob Zacharias, Schneidermeister in Ernsdorf, genannt. Als erster Rendant stand Gustav Herling zur Verfügung.
Zimmermeister Friedrich Bald, Gründungsmitglied, schuf in einem seiner Gebäude (Moltkestraße) Platz für den ersten Kassenraum. 1910 wechselte die Kasse ihren Sitz in die Bahnhofstraße, dort blieb sie bis 1924. In den turbulenten Jahren zwischen 1924 und 28 wechselte der Sitz mehrmals bis die Spar- und Darlehnskasse 1928 ein eigenes Bankgebäude in der Bismarckstraße (später Marburger Straße) baute. Bis zum Abbruch 2006 wurde das Haus von der Genossenschaftsbank genutzt.
Zum Jahresende 1908 hatten sich 48 Mitglieder eingetragen und die Kasse verzeichnete eine Jahresbilanz von 8.000 Reichsmark. Als die Spar- und Darlehnskasse Kreuztal 1977 mit der Volksbank Siegen eG verschmolz, werden in der Verschmelzungsbilanz 1278 Mitglieder und eine Bilanzsumme von 22,5 Millionen DM angegeben
Wenn man die Protokolle der Vergangenheit liest, stößt man immer wieder auf zwei Familiennamen, die noch heute in der Region Gewicht haben. Zum einen sind das der Familienname Georg und zum anderen der Familienname Schweisfurth.
Otto Georg zählte zu den Gründungsmitgliedern der Spar- und Darlehnskasse. Sein Sohn Heinrich Georg gründete 1948 die „Maschinenfabrik Georg“ und engagierte sich als Aufsichtsrat in der Spar- und Darlehnskasse sowie in der Volksbank Siegen eG.
Bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts taucht der Name Willi Schweisfurth, Brauereibesitzer, in den Protokollen auf. Zum 50. Jubiläum der Spar- und Darlehnskasse Kreuztal im Jahr 1958 wird Willi Schweisfurth für seine 25jährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied geehrt. Sein Sohn Gustav Schweisfurth trat in die Fußstapfen des Vaters. Er war 1977 an der Fusion der Spar- und Darlehnskasse Kreuztal mit der Volksbank Siegen eG beteiligt und wurde ebenfalls Aufsichtsratsmitglied in der Volksbank Siegen.
In den letzten dreißig Jahren wuchs und entwickelte sich die Volksbank Kreuztal stetig. Im letzten Jahr wurde das neue Gebäude am Ziegeleifeld 4 bezogen. Mittlerweile zählt die Volksbank Kreuztal 1975 Mitglieder. Sie ist Teil der Volksbank Siegerland eG mit einer Bilanzsumme von 930 Millionen Euro und 30.200 Mitgliedern.

Dass die Volksbank auch nach 100 Jahren immer noch engagiert für die Bürger der Stadt tätig ist, betonte Bürgermeister Rudolf Biermann. Er bedankte sich in diesem Zusammenhang dafür, dass der Vorstand die Mitwirkung von Schülerinnen und Schüler der Musikschule Kreuztal erwog, die mit drei Musikbeiträgen zwischen den Reden auftraten. Biermann gratulierte der Bank für ihr langes Bestehen und lobte die aktive Mithilfe bei der Entwicklung der Stadt, indem er den gelungenen Neubau der Kreuztaler Volksbank im Stadtkern hervorhob.
Statt langer Festreden entschied sich der Vorstand, den Geburtstag mit einem musikalischen Unterhaltungsprogramm zu feiern. So betraten nach einer knappen halben Stunde der Worte, 40 Sängerinnen und Sänger des Kreuztaler-Chores „chorrekt“ unter der Leitung von Musikdirektor Maurizio Quaremba die Bühne der Stadthalle. Die Frauen und Männer demonstrierten eindrucksvoll welchen Anspruch sie an sich selbst stellen. In ihrem Programm, das sie an diesem Abend einem großen Publikum darboten, präsentierten sie Musik von ABBA, den Beatles, Kirby Shaw und Wise Guys, um nur ein paar Namen zu nennen. Mit Standing Ovations bedankte sich das begeisterte Publikum und entließ den Chor erst nach einigen Zugaben.
Nach einer Imbisspause ging es mit dem Kabarettist und Musikclown „Herrn Fröhlich“ munter weiter. Herr Fröhlich, ein Komiker im besten Sinne, eine wunderbare Mischung aus Heinz Erhard und Mr. Bean, zelebrierte seine liebevolle komische Kultur mit zahlreichen unorthodoxen Musikinstrumenten. Beethovens Ode „An die Freude“ aus dem Bauch einer Mülltonne zu hören, war nur einer der vielen Höhepunkte, die Beifallsstürme beim Publikum auslöste.
Obwohl schon 100 Jahre alt, so Vorstandsmitglied Jens Brinkmann zum Schluss, zeigte sich die Volksbank an diesem Abend äußerst lebendig und fit, weitere 100 Jahre nach den Prinzipien der Genossenschaft für ihre Mitglieder da zu sein.

Nach einer Imbisspause ging es mit dem Kabarettist und Musikclown „Herrn Fröhlich“ munter weiter. Herr Fröhlich, ein Komiker im besten Sinne, eine wunderbare Mischung aus Heinz Erhard und Mr. Bean, zelebrierte seine liebevolle komische Kultur mit zahlreichen unorthodoxen Musikinstrumenten. Beethovens Ode „An die Freude“ aus dem Bauch einer Mülltonne zu hören, war nur einer der vielen Höhepunkte, die Beifallsstürme beim Publikum auslöste.
Obwohl schon 100 Jahre alt, so Vorstandsmitglied Jens Brinkmann zum Schluss, zeigte sich die Volksbank an diesem Abend äußerst lebendig und fit, weitere 100 Jahre nach den Prinzipien der Genossenschaft für ihre Mitglieder da zu sein.


