
125 Jahre Volksbank
So war das 1884 - Die Geschichten der Volksbanken in Netphen und Irmgarteichen
Am 12. Oktober 1884 - also vor 125 Jahren - fanden sich in der heute nicht mehr existierenden Turnhalle in Niedernetphen 75 Männer zusammen, um im Sinne von Friedrich Wilhelm Raiffeisen den „Netpher Spar- und Darlehenskassenverein“ als eingetragene Genossenschaft zu gründen.
Anwesend waren neben dem Pfarrer und dem Lehrer u.a. Schreiner und Schuhmacher, Schneidermeister und Hufschmiede sowie Landwirte, Schäfer, Bergleute und Metzger. Am 19. Oktober 1884 empfing der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichtes zu Siegen neben weiteren Gründungsvätern den Dechanten Vollmer sowie Tillmann Klör aus Niedernetphen. Sie gaben die Gründung der Bank zu Protokoll. Die Gründungsmitglieder wählten Vollmer einstimmig zum Vereinsvorsteher und Tillmann Klör zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Der erste Rendant, Johannes Brachthäuser, verzichtete in den ersten beiden Jahren auf jegliche Vergütung. Es wurde beschlossen, mit dem ersten November das Geschäft zu eröffnen und diesen Beschluss in der Siegener Zeitung zu publizieren. Das von jedem Mitglied verlangte Eintrittsgeld von einer Mark wurde für die Bekanntmachung sowie für die Anschaffung von Protokollbüchern verwendet. Fortan handelte der Verein nach den Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Prinzipien, die bis zur heutigen Zeit ihre Effizienz unter Beweis gestellt haben.

Im selben Jahr, am 28.03.1884, trafen sich 81 Einwohner aus Irmgarteichen und Umgebung im Gasthof Ley zu Irmgarteichen und gründeten mit der Unterzeichnung der Statuten den „Irmgarteichener Spar- und Darlehenskassenverein, eingetragene Genossenschaft“ nach dem Vorbild Friedrich Wilhelm Raiffeisens, um „skrupellosen Geldverleihern“ aus dem Weg gehen zu können. Im Protokoll einer Generalversammlung der wenige Jahre vorher gegründeten Warengenossenschaft heißt es denn auch bereits 1883:
„Die Nützlichkeit der aufgeführten ’Kaße’ wurde einstimmig von der Versammlung für zweckmäßig anerkannt und der Wunsch ausgesprochen, dass in Irmgarteichen eine solche ’Kaße’ eingeführt werde, wo sämtliche Einwohner des Kirchenspiels Irmgarteichen sich beteiligen.

